AI Readiness
4.2coreCore Unit · draft · 75 Min.

Betriebskontext file-first aufbauen

Was du hier lernst

3 Arbeitsbausteine

  1. 01Startdatei und Quellenledger
  2. 02Entscheidungen und Arbeitslog
  3. 03Review-Datum und Verantwortliche

Status: Draft
Ergebnis: Ein Mensch und ein Agent finden Zweck, Regeln, Quellen, Entscheidungen und den nächsten Schritt in einem kleinen Arbeitsordner.

Diese Einheit arbeitet mit öffentlichen oder synthetischen Beispielen. Sie richtet keine Cloud-Verbindung ein und übernimmt keine vertraulichen Daten.

Die sieben Schritte

SchrittWas du tustGreifbares Ergebnis
1 · AusrichtenWähle einen kleinen C0-Use-Case und benenne das gewünschte Ergebnis.Ein Satz zu Zweck, Fertig-Kriterium und Stop-Regel.
2 · VormachenVerfolge das Beispiel vom Rohmaterial bis zum geprüften Context.Ein klares Bild der Wahrheitshierarchie.
3 · MitbauenLege Startdatei, Regeln, Quellen, Entscheidungen, Arbeitslog und Ablage an.Dein erster Context Starter.
4 · Selbst fahrenOrdne eine zweite öffentliche Quelle ohne fremde Bedienung ein.Ein selbst aktualisierter Quellen- und Arbeitsstand.
5 · Prüfen und freigebenPrüfe Herkunft, Sichtbarkeit, Aktualität und nächsten Schritt.Eine bewusste Freigabe oder ein markierter offener Punkt.
6 · Störung übenBaue eine veraltete oder doppelte Notiz ein und repariere den Stand.Ein ausgeführter Recovery-Weg.
7 · Wiederholen und belegenAktualisiere den Context mit neuem Input und halte vier Beweise fest.Artefakt, Erklärung, Wiederholung und Recovery-Notiz.

Jeder Abschnitt endet mit einem kleinen Arbeitsgewinn. Du hältst dadurch nur den aktuellen Schritt im Kopf.

Der Arbeitsloop in jeder Oberfläche

SchrittFrageDauerhafter Eintrag
1 · Installieren oder einrichtenIst der benötigte Ordner oder Zugriff arbeitsfähig?Arbeitsmittel und Owner im Context
2 · PrüfenBesteht ein kleiner Test mit sichtbarem Ergebnis?Prüfergebnis und Datum im Arbeitslog
3 · EintragenWas wurde eingerichtet, entschieden oder bewusst vertagt?Context, Entscheidung oder „Heute nicht“-Trigger
4 · NutzenKann der Pilot den Job mit dem Context selbst ausführen?Ergebnis-Pointer und Prüfnachweis
5 · ÜbergebenVersteht eine frische Person oder Agenten-Session den Stand?benannte Source-Dateien und nächster Schritt

Haken, Akkordeons und Fortschritt in einer Oberfläche helfen während der Session. Dieser Zustand kann lokal, temporär oder zurücksetzbar sein. Der dauerhafte Stand lebt in den Markdown-Dateien und im Arbeitslog.

1 · Arbeitsproblem

Arbeitswissen liegt oft verteilt: eine Entscheidung in einer Mail, ein aktueller Text in Drive, eine Planung in Notion und ein Termin im Kalender. Ein neuer Mensch oder Agent muss dann raten, welche Quelle gilt und was als Nächstes passiert.

Der Context Starter schafft eine kurze, portable Karte über diesen Bestand. Die Originale dürfen in ihren bewährten Werkzeugen bleiben. Die Karte nennt Zweck, Regeln, Quellen, Entscheidungen, Arbeitsstand und Ablage.

Arbeitsgewinn: Du kannst in einem Satz erklären, welchen Job dein Context unterstützt.

2 · Denkmodell

Context hat drei Reichweiten:

  1. Betriebskontext gilt über Projekte hinweg, etwa Angebot, Zielgruppe und feste Regeln.
  2. Projektkontext gilt für ein Vorhaben, etwa Ziel, Stand, Entscheidungen und nächster Schritt.
  3. Run-Kontext gilt nur für einen einzelnen Brief, etwa ausgewählte Quellen und erlaubte Dateien.

Eine kleine Wahrheitshierarchie verhindert Datendumps:

  1. Freigegebene Entscheidung oder Context-Datei – der aktuelle Arbeitsstand.
  2. Benannte Originalquelle – etwa ein bestimmtes Drive-Dokument, eine Notion-Seite, eine Mail oder ein Kalendereintrag.
  3. Ungeprüfter Eingang – Exporte, Mitschriften und neue Hinweise.
  4. Entwurf oder Agentenausgabe – bleibt Vorschlag bis zur menschlichen Prüfung.

Der Context kopiert nicht den ganzen Bestand. Er enthält kurze Aussagen und gezielte Pointer auf die nötigen Quellen.

Frische-Session-Test

Öffne ein neues Gespräch ohne vorherigen Chatverlauf und nutze dieses kopierfertige Muster:

Lies zuerst START-HIER.md, CONTEXT.md, REGELN.md, QUELLEN.md, ENTSCHEIDUNGEN.md und ARBEITSLOG.md. Fasse dann kurz zusammen: Zweck, bestätigter Stand, offene Punkte, nächster Schritt sowie Daten- und Stop-Regeln. Nenne hinter jeder Aussage die Quelldatei. Schreibe „nicht belegt“, wenn eine Aussage in diesen Dateien fehlt, und stelle höchstens drei Rückfragen. Verändere keine Dateien.

Der Test ist bestanden, wenn die Antwort die konkreten Quelldateien nennt, offene Punkte nicht erfindet und den nächsten Schritt korrekt wiedergibt.

Abrufübung mit sofortigem Feedback

Schließe die Dateien für eine Minute. Nenne aus dem Gedächtnis:

  1. die drei Context-Reichweiten;
  2. die vier Stufen der Wahrheitshierarchie;
  3. die sechs Source-Dateien im Starter;
  4. die zwei Human Gates dieser Einheit.

Öffne danach diese Seite und die Source-Karten im Starter. Markiere nur die Punkte, die gefehlt haben. Wiederhole die vier Antworten nach der eigenen Aufgabe. So wird Verständnis geprüft, ohne eine lange Wissensabfrage aufzubauen.

Arbeitsgewinn: Du kannst jede Information einer Reichweite und einer Stufe der Wahrheitshierarchie zuordnen.

3 · Demonstration

Ein fiktives Studio möchte die öffentliche FAQ-Seite seiner Website aktualisieren. Als Input dienen nur veröffentlichte Leistungsbeschreibungen und synthetische Beispiel-Fragen.

  1. In START-HIER.md steht: „FAQ aktualisieren; finale Veröffentlichung durch die verantwortliche Person.“
  2. CONTEXT.md hält Ton, Zielgruppe und bestätigte Leistungsgrenzen knapp fest.
  3. QUELLEN.md verweist auf die öffentliche Website und das freigegebene Drive-Dokument.
  4. ENTSCHEIDUNGEN.md notiert, welche FAQ aufgenommen wird und warum.
  5. ARBEITSLOG.md hält den letzten Schritt und die nächste Prüfung fest.
  6. Ein Entwurf landet in ausgaben/ und erhält erst nach Review einen Freigabestatus.

Eine neue Quelle widerspricht später einer Leistungsgrenze. Der Pilot stoppt die Textarbeit, markiert den Widerspruch und klärt zuerst die Entscheidung. Der Context wird danach aktualisiert; der alte Stand bleibt nachvollziehbar.

Arbeitsgewinn: Du hast einen vollständigen Ablauf inklusive Störung gesehen.

4 · Eigene Aufgabe

Nutze den Context Starter für einen kleinen C0-Use-Case. Im Browser führt die Browser-Action-Card durch dieselben sechs Inhalte als benannte Dokumente oder Abschnitte. Im Agent Workspace liegen sie als Markdown-Dateien. Beide Wege enden mit dem gleichen Frische-Session-Test.

Checkpoint A · Grenze

  • Der Zweck passt in einen Satz.
  • Das Ergebnis lässt sich ansehen oder lesen.
  • Die Übung braucht keine personenbezogenen, vertraulichen oder besonders sensiblen Inhalte.
  • Eine Stop-Regel steht fest.

Checkpoint B · Aufbau

  • Startdatei und Context sind vorhanden.
  • Jede aktive Quelle hat Owner, Datum, Sichtbarkeit und Pointer.
  • Entscheidungen sind von Rohmaterial getrennt.
  • Der Arbeitslog endet mit einem nächsten Schritt.

Checkpoint C · Human Gate

Halte vor dem Verbinden einer Quelle und vor dem Teilen des Context an. Prüfe Zweck, Datenklasse, benötigten Umfang und Empfänger. Eine Verbindung oder Freigabe erfolgt erst nach deiner bewussten Entscheidung.

Arbeitsgewinn: Dein Arbeitsraum enthält den ersten nutzbaren Context.

5 · Bleibende Arbeitsmittel

Die Dateien sind Kurzreferenzen. Du kannst sie später ohne Kursseite öffnen.

6 · Lernbeweis

Die Einheit ist belegt, wenn vier Teile vorliegen:

  1. Artefakt: ein Context Starter mit Startdatei, Regeln, Quellen, Entscheidungen, Arbeitslog und Ablage.
  2. Erklärung: eine kurze Text- oder Audionotiz zu Zweck, Wahrheitshierarchie, Datenwand, Human Gate und Stop-Regel.
  3. Wiederholung: eine zweite öffentliche oder synthetische Quelle wurde selbstständig eingeordnet.
  4. Recovery: eine veraltete, doppelte oder falsch eingeordnete Information wurde erkannt und repariert.

Selbstprüfung

  • Findet eine andere Person Zweck und nächsten Schritt in unter einer Minute?
  • Kannst du für jede wichtige Aussage die Originalquelle nennen?
  • Sind ungeprüfter Eingang, bestätigter Context und Ausgabe getrennt?
  • Ist sichtbar, wer vor Teilen oder Veröffentlichen prüft?
  • Kannst du einen falschen Stand stoppen und auf eine geprüfte Fassung zurückgehen?

Arbeitsgewinn: Du hast Handlungsfähigkeit über Artefakte belegt.

7 · Fehlerweg und Recovery

Übe einen sicheren Fehler mit synthetischen Daten:

  1. Kopiere eine bereits vorhandene Aussage in den Eingang und ändere ihr Datum.
  2. Suche die zwei widersprüchlichen Fassungen.
  3. Stoppe weitere Verarbeitung.
  4. Öffne die Originalquelle und die letzte bestätigte Entscheidung.
  5. Entscheide, welche Fassung gilt; markiere offene Unsicherheit sichtbar.
  6. Aktualisiere Context, Entscheidung und Arbeitslog zusammen.
  7. Prüfe, ob eine Ausgabe oder ein Brief betroffen ist.

Die vollständige Karte steht in der Pflege- und Recovery-Anleitung.

Arbeitsgewinn: Du kennst den Rückweg vor dem ersten echten Fehler.

8 · Datenwand und Freigaben

Für die Übung gilt C0. Die Datenklassen-Karte trennt Cloud, lokale Verarbeitung und ausgeschlossene Wege. Zugangsdaten, Klientenfälle, Gesundheitsdaten, Berufsgeheimnisse und hoch wirksame Entscheidungen bleiben außerhalb des allgemeinen Agenten-Arbeitsraums.

Lokale Ablage allein ist noch keine Freigabe. Zweck, Zugriff, Aufbewahrung, Löschung und menschliche Verantwortung bleiben Teil der Entscheidung.

Arbeitsgewinn: Du kannst vor jeder Quelle einen klaren Datenweg wählen.

9 · Optionale technische Tiefe

Die Pflichtstrecke funktioniert mit einem lokalen Ordner. Git, Schemas, Volltextsuche und kuratierte Promotion werden erst bei einem konkreten Bedarf ergänzt. Die technische Vertiefung nennt die passenden Trigger und hält Server- oder RAG-Aufbau aus dem Einstieg heraus.

Arbeitsgewinn: Du weißt, welche technische Stufe als Nächstes helfen könnte.

10 · Pflege- und Betriebsentscheidung

Plane zehn Minuten pro Woche oder einen kurzen Check vor einem wichtigen Brief:

  • neue Quellen einordnen;
  • offene Entscheidungen prüfen;
  • fällige Review-Daten markieren;
  • veraltete Entwürfe archivieren;
  • nächsten Schritt aktualisieren;
  • benötigten Umfang reduzieren.

Nach zwei Aktualisierungen entscheidest du: Struktur beibehalten, vereinfachen oder gezielt erweitern. Ein Index, eine Verbindung oder Automation folgt erst, wenn ein wiederkehrender Such- oder Übergabeengpass sichtbar ist.

Heute nicht · mit späterem Trigger

Heute nichtSpäterer Trigger
pauschaler Zugriff auf Drive, Notion, Mail oder Kalenderein wiederkehrender Job braucht dieselben klar benannten Quellen und der Datenweg ist freigegeben
API, MCP oder Automationder manuelle Ablauf wurde mit neuem Input wiederholt; Human Gate und Recovery funktionieren
eigener Server oder gemeinsamer Wissensdienstmehrere Rollen, Remote-Zugriff oder ein geteilter Review-Stand sind ein echter Betriebsbedarf
Vektorsuche oder RAGechte Testfragen scheitern nachweislich an Dateisuche oder Volltextsuche
dauerhafter UI-FortschrittStep 2 hat einen freigegebenen Runtime- und Datenschutzvertrag

Vertagte Ideen bleiben sichtbar. Trage Trigger und Owner in einer kurzen Ausbau-Liste ein; baue sie erst nach Eintritt des Triggers.

Arbeitsgewinn: Der Context besitzt einen realistischen Pflegevertrag.

Offene Punkte dieses Drafts

  • Frischer Content- und Compliance-Review steht aus.
  • Das Schaubild braucht visuelle QA in der späteren Kursoberfläche.
  • Ein kurzer Screencast kann die erste Aktualisierung zeigen; die Einheit ist auch ohne Video ausführbar.
  • Konkrete Connector-Einstellungen bleiben werkzeug- und use-case-abhängig.

Diese Punkte begrenzen die Reife. Sie verhindern nicht die lokale Erprobung mit C0-Material.

Arbeitsmittel

Für den eigenen Run