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Deine Stimme als Regel
In 30 Sekunden
Der erste Post-Entwurf des Agenten liest sich wie jeder zweite Post: „Willkommen! Ich begleite dich ganzheitlich auf deinem Weg zu mehr Verbindung.“ Du würdest so nie reden. Und nächste Woche, beim Newsletter, fängt es wieder so an.
Deine Stimme in zehn Zeilen, einmal aufgeschrieben, gilt für jeden Text danach: Post, Newsletter, Antwort. Der Unterschied ist beim ersten Vergleich sichtbar.
Was du wissen musst
Der Agent schreibt so, wie das Internet im Durchschnitt schreibt. Deine Stimme kennt er nur, wenn sie irgendwo steht. Also schreibst du sie auf, einmal, als Regeln, und ab dann gilt sie für jeden Text: den Post aus dem Transkript, den Newsletter, die Antwort auf eine Anfrage.
Der Weg dahin braucht keine Theorie. Nimm fünf Texte, die du selbst geschrieben oder gesprochen hast und gut findest: eine Mail an eine Klientin, einen Post, die Antwort auf eine Anfrage, ein Video-Transkript. Lass den Agenten daraus Muster lesen. Dann streichst du, was nicht stimmt, und ergänzt, was er nicht sehen kann.
So sehen Regeln aus, die wirken. Meine eigenen, gekürzt:
# Meine Stimme
Du-Ansprache, kurze Sätze, deutsche Wörter.
Ein Problem wird als Szene beschrieben, nicht als Kategorie.
schlecht: „Zeitmangel im Alltag“
gut: „Jede Woche dieselben Daten von MOCO nach Lexware tippen, seit Jahren“
Kein „Willkommen“, kein „ganzheitlich“, kein „individuell“, keine Ausrufezeichen.
Keine Versprechen, die ich nicht halten kann. Keine Zahlen, die ich nicht belegen kann.
Ich schreibe „ich“, weil ich allein arbeite.
Preise stehen da, wo die Frage danach kommt, nicht versteckt.
Zehn Zeilen reichen. Die Datei heißt STIMME.md und liegt im Arbeitsordner, damit sie für alle Kanäle gilt. Jeder Auftrag, der Text erzeugt, beginnt künftig mit: „Halte dich an STIMME.md.“ Wenn du den Satz zum dritten Mal in einen Auftrag schreibst, gehört er in deine Regeln (AGENTS.md), dann gilt er ungefragt.
Eine Grenze bleibt: Die Regeln ersetzen keine Position. Wenn du nicht weißt, für wen du schreibst, hilft auch der beste Ton nicht. Und Fakten prüfst du weiter selbst: Der Ton stimmt, der Inhalt kann falsch sein.
Damit arbeitest du
Im Ordner stimme/ liegen fünf Texte von mir: eine Mail an eine Klientin, zwei Posts, eine Antwort auf eine Anfrage, ein Video-Transkript. Lies sie und beschreib in höchstens zehn Zeilen, wie ich schreibe: Anrede, Satzlänge, Wörter, die ich benutze, Wörter, die ich nie benutze. Belege jede Beobachtung mit einem Beispiel aus den Texten. Erfinde nichts dazu. Schreib das Ergebnis als Vorschlag in STIMME.md, ich streiche dann.
Schreib den Post zum Transkript kanal/[Dateiname].md zweimal: einmal ohne, einmal mit den Regeln aus STIMME.md. Zeig mir beide untereinander.
- Nur deine TexteAls Quelle zählen Texte, die du geschrieben hast und gut findest. Agenturtexte und alte Website raus.
- Jede Regel mit BeispielEine Regel ohne Beispiel („authentisch schreiben") bewirkt nichts. Schlecht/gut in einer Zeile.
- Verbote sind stärker als GeboteDie Liste der Wörter, die du nie benutzt, wirkt am schnellsten.
- Fakten bleiben HandarbeitPreise, Rechtstexte, fachliche Aussagen prüfst du trotzdem einzeln. Der Ton stimmt, der Inhalt kann falsch sein.