Bereich 2 · Mit dem Agenten arbeitenSeite 6 · 10

Wie viel du abgibst

In 30 Sekunden

Zwei Aufträge am selben Vormittag. Beim ersten sitzt du daneben und winkst jeden Schritt durch — für eine Textänderung, die zwei Minuten dauert. Beim zweiten lässt du ihn allein an der Startseite arbeiten und findest danach Dinge geändert, die du nie erwähnt hast. Beide Male war die Einstellung falsch, nur in verschiedene Richtungen.

Ein Regler von eng nach weit: Schritt für Schritt freigeben, im Ordner frei arbeiten lassen, allein weiterlaufen lassen
Nicht eine Einstellung für immer, sondern eine je Auftrag. Der Rückweg entscheidet, wie weit du gehst.

Die Frage ist nicht, ob du ihm vertraust. Sie lautet: Wie teuer wäre es, das zurückzudrehen? Danach stellst du ein, wie weit du gehst.

Was du wissen musst

Im Cockpit (Kapitel 1.6) gibt es einen Regler für die Freigabe. Er hat drei brauchbare Stellungen, und die richtige hängt vom Auftrag ab, nicht von deiner Stimmung.

Eng: du winkst jeden Schritt durch

Der Agent fragt vor jeder Änderung. Das ist die Stellung für alles, was du noch nicht kennst: ein neuer Ordner, ein Werkzeug, das du zum ersten Mal benutzt, eine Datei, an der viel hängt. Du lernst dabei, wie er denkt — das ist der eigentliche Gewinn der ersten Wochen.

Der Preis: bei kleinen Aufgaben nervt es, und Nerven führt dazu, dass man irgendwann blind klickt. Blindes Durchwinken ist schlechter als jede andere Einstellung, weil es aussieht wie Kontrolle.

Mittel: er arbeitet im Ordner frei, du prüfst am Ende

Er ändert, was im Arbeitsordner liegt, ohne jedes Mal zu fragen. Nach außen — senden, veröffentlichen — braucht er weiter dein Go, dafür sorgen deine Regeln. Das ist die Stellung für den Alltag, sobald ein Ordner unter Versionierung steht und du den Stand vorher gesichert hast.

Weit: er läuft allein weiter

Du gibst ein Ziel und gehst weg. Das lohnt sich für langes, stumpfes Zeug: dreißig Bilder verkleinern, einen Text durch alle Seiten ziehen, eine lange Liste abarbeiten. Es lohnt sich nicht für alles, wo du unterwegs eine Meinung hättest — er trifft die Entscheidungen dann ohne dich, und du siehst sie erst, wenn sie drinstehen.

Die eine Frage vorher

Nicht „vertraue ich ihm", sondern: wie teuer wäre es, das zurückzudrehen?

Ein gesicherter Stand macht fast alles billig zurückzudrehen — deshalb ist Sichern die Voraussetzung dafür, weiter zu gehen, und nicht umgekehrt. Eine gesendete Mail ist teuer, weil sie draußen ist. Ein veröffentlichter Preis auch.

Darum steht in den Start-Regeln, dass Senden und Veröffentlichen bei dir bleiben. Diese Grenze ist unabhängig vom Regler: Sie gilt auch, wenn du ihn weit aufdrehst.

Was sich mit der Zeit verschiebt

Am Anfang bist du überall eng. Nach ein paar Wochen merkst du, wo er zuverlässig ist, und gehst dort weiter. Das ist kein Vertrauensvorschuss, sondern erlebte Erfahrung mit einem bestimmten Ablauf. Bei einer neuen Art von Aufgabe fängst du wieder eng an.

Damit arbeitest du

Prüfen
  • Ist der Stand gesichert?Mit gesichertem Stand kannst du weiter gehen; ohne bleibst du eng, egal wie klein die Aufgabe wirkt.
  • Kann ich das Ergebnis in fünf Minuten beurteilen?Was du schnell prüfst, darfst du weit abgeben. Was du lange prüfen musst, gibst du in Stücken.
  • Wirkt es nach außen?Senden, veröffentlichen, bezahlen bleiben bei dir — unabhängig von der Einstellung.
  • Habe ich das schon dreimal so gemacht?Dreimal gleich gelaufen heißt: du kennst die Fehler. Dann darfst du weiter gehen als beim ersten Mal.